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Archiv 2017/18

Do 26.7.2018 | 17.00 Uhr | VORTRAG in der Reihe LEIBNIZ-VORTRÄGE gemeinsam mit der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft zum Themenschwerpunkt
Die Sintflut im Denken um 1700

Dr. Frank Böhling

Von Babel nach Latium.
Die Urgeschichte Italiens nach
Athanasius Kircher

Wie sah die Urgeschichte der Menschheit aus? In welcher Beziehung standen die frühen Kulturen zueinander? Während im 17. Jahrhundert das Interesse an diesen Fragen und an Themen wie der Archäologie stetig wuchs, verlor der biblische Bericht, dem zufolge die Nachkommen Noahs die Erde besiedelten, an Glaubwürdigkeit. Für den Jesuiten und Universalgelehrten Athanasius Kircher waren Neugier und Frömmigkeit aber kein Widerspruch, was Werke wie Latium (1669), Arca Noë (1675) und Turris Babel (1679) eindrücklich belegen.
 

Dr. Frank Böhling studierte Philosophie, Klassische Philologie, Geschichte und Japanologie an der FU Berlin und promovierte bei Prof. Wilhelm Schmidt-Biggemann über Samuel Pufendorfs Naturrecht. 2010 bis 2015 arbeitete er an der kommentierten Reprintausgabe der Hauptwerke von Athanasius Kircher mit. Sein Interessenschwerpunkt ist das 17. Jahrhundert. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der arabisch-hebräischen Überlieferung griechischer Philosophie an das lateinische Mittelalter.

Di 7.8.2018 | 17.00 Uhr | Die Freunde und Förderer der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek präsentieren:

AUS DER SCHATZKAMMER

Matthias Wehry

Lug und Betrug im Buch

Pierre Marteau druckte mehr als 150 (!) Jahre Bücher, Diderots Enzyklopädie konnte man im 18. Jahrhundert in einem legitimen Raubdruck kaufen und ein 1239 entstandenes Literaturphantom wurde in den 1730er Jahren von den hannoverschen Bibliothekaren gleich in zwei verschiedenen Ausgaben erworben – nachdem es fünfhundert Jahre lang nicht existiert hatte. Die Buchgeschichte hat immer wieder Täuschungen, Lug und Betrug erlebt. Zu diesem Thema werden aus der »Schatzkammer Bibliothek« herausragende Beispiele vorgestellt: fleißige Drucker, die es nie gab, falsche Autoren, gefälschte Geschichten. Die Gründe für Lug und Betrug waren vielfältig: Umgehen der Zensur, wirtschaftliche Erwägungen, kriminelle Machenschaften.
In Handschriften und alten Drucken, Karten und Autographen geht es durch die Jahrhunderte über den Stauferkönig Friedrich II. bis hin zu Konrad Kujau.

Matthias Wehry, geb. 1983, studierte Philosophie, Politische Wissenschaft und Deutsche Philologie an der Universität Mannheim. Seit 2014 leitet er die Abteilung Handschriften und Alte Drucke der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek. Sein fachlicher Schwerpunkt liegt auf der Philosophiegeschichte der Aufklärung und der Bibliothekswissenschaft.

Mi 8.8.2018 | 16.00 Uhr | BIBLIOTHEKSFÜHRUNG

Niedersachsen in zwei Stunden

Als Niedersächsische Landesbibliothek sammelt die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek umfassend die Literatur aus und über Niedersachsen. Neben Verlagsveröffentlichungen wie Büchern, Zeitschriften und Zeitungen, gehören auch Kleinschrifttum, Vereinsschriften, Kirchenblätter und Karten dazu. Erschlossen wird diese Literatur, einschließlich der Aufsätze aus Zeitschriften und Sammelbänden, in der Niedersächsischen Bibliographie, in deren Online-Version zurzeit ca. 230.000 Titel verzeichnet sind. Eine weitere interessante Informationsquelle ist die Datenbank Niedersächsische Personen. Sie enthält kurze biographische Angaben sowie Literaturquellen zu ca. 35.000 Personen, die durch Lebensort, wissenschaftliche, geistig-kulturelle, politische oder andere Tätigkeiten einen signifikanten Bezug zu Niedersachsen haben.
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann stellen wir Ihnen die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek auf unserer Tour NIEDERSACHSEN IN ZWEI STUNDEN gern vor und legen dabei den Schwerpunkt auf niedersächsische Landeskunde und Landesgeschichte. Auf spezielle Wünsche gehen wir nach Möglichkeit ein.

Dauer ca. 2 Stunden mit Führung durch die Bibliothek sowie einer Präsentation.
Anmeldung per Formular oder unter 0511.1267-397/-399 oder information@gwlb.de
Terminanfrage für eine Gruppenführung

Do 23.8.2018 | 17.00 Uhr | VORTRAG in der Reihe LEIBNIZ-VORTRÄGE gemeinsam mit der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft zum Themenschwerpunkt
Die Sintflut im Denken um 1700


© Isaac de La Peyrère: Praeadamitae […] 1655.
Bayerische Staatsbibliothek München […]
urn:nbn:de:bvb:12-bsb10354438-7

Dr. Stephan Waldhoff

Ein Ausbruch aus der kleinen Welt des heiligen Buches? Präadamiten und Sintflut

Mit den Entdeckungsfahrten der Neuzeit und dem hohen Interesse an der alten Kultur Chinas scheint die »kleine Welt des heiligen Buches« (Jacques Solé) ihre Plausibilität endgültig verloren zu haben. Als eine Antwort auf diese Herausforderung wirkt die Präadamiten-Hypothese des französischen Protestanten Isaac de La Peyrère (1596–1676): Adam sei nicht der erste Mensch gewesen, vielmehr nur der Stammvater des jüdischen Volkes. Es habe bereits vor Adam Menschen (Präadamiten) gegeben und der Horizont der Bibel beschränke sich auf den Vorderen Orient, womit die Sintflut zu einem regionalen Ereignis wird.
Kein Wunder, dass diese Hypothese bei Orthodoxen aller Konfessionen auf heftigsten Widerstand stieß. Aber auch Leibniz lehnte sie entschieden ab. Betrachtet man de La Peyrères Argumentation jedoch genauer, muss man feststellen, dass der Wandel vom biblischen zum modernen Weltbild so einfach und geradlinig nicht war, wie er in der Rückschau erscheinen mag.

Dr. Stephan Waldhoff, geb. 1964, war nach dem Studium der Geschichte und katholischen Theologie in Münster und Tübingen und Promotion in Münster Archivreferendar und anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin. Seit 2000 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Leibniz-Edition Potsdam. Von Stephan Waldhoff liegen Publikationen zur frühmittelalterlichen Frömmigkeits- und Liturgiegeschichte, zum Urkunden- und Kanzleiwesen des Deutschen Ordens und des Herzogtums Preußen, zu Sebastian Franck, zur preußischen Bauverwaltung im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert sowie zu Leibniz vor.


 

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