Ein Rationalist an Johann Friedrichs Hof. Leibniz' erste Jahre in Hannover
VERANSTALTUNG IN DER REIHE: 350 JAHRE – LEIBNIZ KOMMT NACH HANNOVER
Prof. Ursula Goldenbaum
Angesichts seiner großen Erfolge in Paris, seiner dortigen Entwicklung zu einem Mathematiker und Philosophen, von dem Arnauld meinte, mit der richtigen Religion wäre er einer der größten Männer, hoffte Leibniz lange, in Paris bleiben zu können, wegen des dort möglichen vielfältigen wissenschaftlichen Austauschs. Als Leibniz Mitte Dezember in Hannover ankam, hatte er aber nicht nur Paris verlassen, sondern auch London, Amsterdam, Delft und Den Haag, überall im wissenschaftlichen Gespräch mit führenden Mathematikern, Wissenschaftlern, Philosophen und Theologen. Das konnte ihm Hannover schlicht nicht bieten. Aber in Johann Friedrich sah er doch einen Fürsten, der seine wissenschaftlichen Projekte und mehr noch deren Umsetzung zum Nutzen seines Landes großzügig unterstützen würde. Dabei ging es nicht nur um einen unmittelbaren, sondern einen langfristigen und anhaltenden Nutzen. Der Rationalist Leibniz wollte zeigen, dass seine Methodik nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis fruchtbar sein konnte.
Prof. Ursula Goldenbaum ist Professor emerita am Philosophiedepartment der Emory University (Atlanta), wo sie bis 2019 als Full Professor lehrte. Außerdem ist sie Mitglied der Wissenschaftlichen Beiräte der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft und der Moses-Mendelssohn-Gesellschaft.
Weitere Informationen unter www.leibniz-kommt-nach-hannover.de