Die Welfen und ihr Selbstverständnis während des 19. Jahrhunderts
VORTRAG IM RAHMEN DER AUSSTELLUNG “KISTENWEISE KOSTBARKEITEN”
Prof. Dr. Thomas Vogtherr
Nach dem Ende der napoleonischen Zeit wurden aus den welfischen Kurfürsten die Könige von Hannover. Zwar hielt die Personalunion mit Großbritannien noch bis 1837, aber schon seit 1814/15 stellte sich den Welfen die Frage, ob ihre Position unter den Königreichen des Deutschen Bundes nun ein anderes Selbstverständnis mit sich brachte und andere Formen der Repräsentation verlangte. Spätestens die ultrakonservative Haltung König Ernst Augusts (1837–1851) und die vom Gottesgnadentum bestimmte Selbstauffassung König Georgs V. (1851–1866) ließen das Königreich Hannover in Bereiche des politisch Reaktionären übergehen.
Wie äußerte sich diese Haltung in der Kultur des Königreiches, in Architektur und Dichtung, in Malerei und Musik? Gibt es spezifische Vorstellungen und Vorgaben der Herrscher auf diesen Gebieten? Oder anders gefragt: War das Königreich Hannover und waren seine Könige auf der Höhe der kulturellen Entwicklungen ihrer Zeit?
Professor Dr. Thomas Vogtherr lehrte von 2001 bis 2023 als Professor für Geschichte des Mittelalters am Historischen Seminar der Universität Osnabrück. Von 2006 bis 2016 war er Vorsitzender der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen.