Leibniz’ Akademiegründung und seine Ideen zu einer Ärzteausbildung
VORTRAG IN DER REIHE LEIBNIZ UND DIE MEDIZIN
Prof. Dr. Denise Hilfiker-Kleiner
Gottfried Wilhelm Leibniz war ein entschiedener Verfechter einer wissenschaftlich orientierten Medizin. Methoden der Physik und der Chemie könnten wesentlich ihren Fortschritt antreiben. Eine akademische Ausbildung von Ärzten ergibt sich daraus zwanglos, es sei denn, man belasse die Medizin „bey ihrem alten geschlepp“. Ihr Wissensbestand wurde nicht systematisch erfasst, im Gegenteil, seien die „Erfahrungen der alten Griechen und Römer (…) zugrunde gegangen.“ Er wollte die Medizin durch Beobachtung und Datensammlung auf eine empirische Grundlage stellen.
Technische Hilfsmittel wie das Mikroskop könnten die Eingriffs- und damit die Heilungsmöglichkeiten unterstützen. In der von ihm ins Auge gefasste Datensammlung zeichnen sich bereits moderne Methodenprinzipien ab, weshalb Leibniz als Vordenker empirisch verifizierter Evidenz bezeichnet werden darf. Wie hoch er die Ausbildung von Ärzten veranschlagt, zeigt sich an den Gründungsideen von Akademien, wie in Berlin, Sankt Petersburg und Wien, bei denen die Medizin zusammen mit den Naturwissenschaften obenan stand. Leibniz hat alle Bereiche des Medizinwesens neu zu durchdenken versucht.
Prof. Dr. Denise Hilfiker-Kleiner ist eine anerkannte Expertin im Bereich der Genetik, Entwicklungsbiologie und in der Forschung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Seit Januar 2025 ist sie Präsidentin der Medizinischen Hochschule Hannover.
Der Vortrag wird parallel online angeboten. Hierzu bitten wir um Anmeldung unter info@leibnizgesellschaft.de.
Nach Anmeldung erhalten Sie die Zugangsdaten per E-Mail am Tag vor der Veranstaltung.