Liebestragödie im Strudel der Weltgeschichte
Heinrich Thies
Sie hatte glänzende Aussichten. Sie hätte mit den gekrönten Häuptern Europas an einem Tisch sitzen, die erste Geige im Konzert der großen Königshäuser spielen können. Und doch verbrachte sie mehr als dreißig Jahres ihres Lebens in der norddeutschen Provinz, verbannt und verhöhnt als „Prinzessin von Ahlden“: Sophie Dorothea, Herzogin von Braunschweig und Lüneburg.
Früh verheiratet, von ihrem Mann ungeliebt und gedemütigt, begegnet Sophie Dorothea 1690 dem schwedischen Oberst Philipp Christoph Königsmarck. Der Auftakt einer leidenschaftlichen Affäre, die mit der Ermordung des Liebhabers und der Verbannung der Prinzessin nach Ahlden endet. Bis zu ihrem Tod muss sie dort in ihrem goldenen Käfig leben, während ihr Ex-Mann als Georg I. den englischen Thron besteigt, ihre Tochter Königin von Preußen wird und einen Knaben zur Welt bringt, der als Friedrich der Große in die Geschichte eingehen wird.
Im Vorfeld des 300. Todestags Sophie Dorotheas (1666–1726) stellt der Buchautor und langjährige HAZ-Redakteur Heinrich Thies seine erfolgreiche Romanbiografie „Die verbannte Prinzessin“ vor, die sich in den entscheidenden Eckpunkten an der realen Lebensgeschichte der Celler Herzogstochter orientiert, sich aber auch die Freiheit zu einer lebendigen Ausgestaltung nimmt.