Mixed matches: adelige Politiken zwischen dynastischer Kohäsion und standesübergreifender Vernetzung im 17. und 18. Jahrhundert
FESTVORTRAG ZU LEIBNIZ' 380. GEBURTSTAG
Prof. Dr. Michaela Hohkamp
Rang und Stand bestimmten in der Geschichte der Frühen Neuzeit über die Möglichkeiten, Zugriff auf Ressourcen aller Art zu erhalten, Anrechte auf Privilegien geltend machen zu können, die Verfügung über Dinge und Personen zu erlangen. Privilegien, Rechte und Ressourcen zu verlieren, konnte sich als verheerend für das weitere Leben erweisen. Vor allem das 17. Jahrhundert ist für Prozesse der Deklassierung, Distinktion und Abgrenzung bekannt.
Der Vortrag geht aus verwandtschafts-, körper- und geschlechterspezifischer Perspektive der Frage nach, welche Chancen sich vor allem für Angehörige des niederen Adels boten, diesem Geschehen entgegen zu wirken. Im Kern steht die Frage nach einem erneuerten Verständnis frühneuzeitlichen politischen Handelns.
Prof. Dr. Michaela Hohkamp ist seit 2011 Inhaberin der Professur für Geschichte der Frühen Neuzeit am Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Verwandtschaft, Gewalt und Herrschaft in der Frühen Neuzeit sowie Geschichte der Historiographie.