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Geschichte der GWLB

Die GWLB blickt auf eine langjährige Geschichte zurück. Vor über 350 Jahren fand sie in der Büchersammlung Herzog Johann Friedrichs von Braunschweig-Lüneburg ihren Anfang. Den historischen Beständen der Welfendynastie fügte er Bücher hinzu, die seine wissenschaftlichen und künstlerischen Interessen widerspiegelten. Dieses Fundament prägt die GWLB bis heute.

Das Exlibris der Königlichen Bibliothek zeigt Bücherregale links und rechts neben einem Fenster. Am oberen Bildrand ist ein Wappen zu sehen, am unteren der Schriftzug Bibliothece Regia Hanoverana.
Exlibris der Königlichen Bibliothek

Die mehr als 350-jährige Geschichte der heutigen Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek (GWLB) ist eng mit der Geschichte des Welfenhauses verbunden. In ihrem historischen Kern geht die GWLB auf Büchersammlungen der Welfendynastie zurück, die im Jahr 1665 nach Verlegung der herzoglichen Residenz von Celle nach Hannover in die Stadt an der Leine gelangten. Hier war die zunächst im Leineschloss untergebrachte Sammlung in das Kultur- und Repräsentationsprogramm der Welfen integriert und wandelte sich von der privaten Büchersammlung zur Hof- und Regierungsbibliothek. Dies führte 1672 auch zur Bestellung des ersten Bibliothekars, Tobias Fleischer.


Mehr lesen:

„Der Nuzen einer auserlesenen Bibliothec … kann nicht in Zweifel gezogen werden.“ 350 Jahre Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek (1665–2015). Hrsg. von Georg Ruppelt. Hannover 2015.

Abbildung von Gottfried Wilhelm Leibniz
Gottfried Wilhelm Leibniz, Kopie des Portraits eines unbekannten Künstlers, 1787

Bedeutung gewann die Bibliothek ab 1676 unter der Leitung von Gottfried Wilhelm Leibniz. Mit ihm begann eine stürmische Entwicklung nicht nur der Bibliothek, sondern auch der Wissenschaften in Hannover. Breit gefächert waren seine Interessen und Aktivitäten: Er begründete die Infinitesimalrechnung und erfand den binären Code. Ebenso beschäftigte er sich mit philologischen und astronomischen Fragen. Er betätigte sich als Architekt und Erfinder von technischen Apparaten, unter anderem Rechenmaschinen. Nach seinen Konstruktionsanweisungen wurde die erste Vier-Spezies-Rechenmaschine gebaut, mit der alle vier Grundrechenarten durchgeführt werden konnten. Das letzte erhaltene Exemplar wird in der GWLB verwahrt. Auch Sprachwissenschaft, Physik und Logik verdanken Leibniz wesentliche Impulse.

In seiner Amtszeit zog die wachsende Hofbibliothek 1698 in eines der schönsten Renaissancehäuser Hannovers. Heute ist es unter dem Namen Leibnizhaus bekannt. Leibniz übernahm von Hannover aus mehrere Nebentätigkeiten, unter anderem in Wolfenbüttel, Berlin und Wien. Er blieb jedoch bis zu seinem Tod 1716 Leiter der Herzoglichen und Kurfürstlichen Bibliothek in Hannover.

Die GWLB verwahrt den umfangreichen Nachlass von Gottfried Wilhelm Leibniz, einer der weltweit größten Einzelnachlässe des 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts. Das Leibniz-Archiv erschließt und erforscht den Nachlass.

Der ca. 15.000 Briefe mit weltweit ca. 1.100 Korrespondenzpartnern umfassende Briefwechsel des Universalgelehrten wurde im Jahr 2007 in das UNESCO Weltdokumentenerbe aufgenommen.

Der Goldene Brief liegt ausgerollt auf schwarzem Untergrund. Das Behältnis ist ein hohler Stoßzahn eines indischen Elefanten und ist rechts im Bild zu sehen.
Der Goldene Brief und ein hohler Stoßzahn eines indischen Elefanten als Behältnis © GWLB/Wollenberg

Von 1714 bis 1837 wurde das Kurfürstentum in Personalunion mit dem Königreich Großbritannien regiert. Die englische Thronfolge des Hauses Hannover eröffnete der Bibliothek neue Möglichkeiten und brachte eine stetige Vermehrung der Bestände mit sich. Infolgedessen wurde ein größeres Haus benötigt. Im Jahr 1719 konnte die Hofbibliothek in ein neues, gemeinsam mit dem Hofarchiv genutztes Sammlungsgebäude einziehen.

König Georg II. von Großbritannien gehörte zu den wichtigsten Förderern der Königlichen Bibliothek. Er vermachte ihr seine Privatbibliothek und verschaffte ihr eine Vielzahl von Nachlässen und Gelehrtensammlungen. Er war es auch, auf dessen Veranlassung eines der schönsten Stücke in die Bibliothek kam: der auf einem Goldblech geschriebene und mit Rubinen verzierte Brief des birmanischen Königs Alaungphaya. Dieser goldene Brief, ein weltweit einmaliges Objekt, gehört seit 2015 zum UNESCO Weltdokumentenerbe.

Nicht nur das neue Gebäude erlaubte einem erweiterten Personenkreis, die Bibliothek zu nutzen. Auch aufklärerische Ideen führten zu einer Öffnung der Bibliothek. Sie diente nicht mehr nur dem Repräsentationsbedürfnis des Fürsten, sondern wurde zur Bildungsmöglichkeit der Allgemeinheit. So kam sie zur Bezeichnung Königliche Öffentliche Bibliothek.

Durch die preußische Annexion im Jahr 1866 endete die staatliche Selbstständigkeit des Königreichs Hannover, das zur preußischen Provinz wurde. Für die Königliche Bibliothek begann eine Zeit der Stagnation. Diese resultierte vornehmlich aus dem Eigentumsstreit zwischen den entmachteten Welfen und dem preußischen Staat um das ehemalige Krongut: Handelte es sich bei der Bibliothek um althannoversches Staatseigentum oder um Privatbesitz der Welfen? Die Bibliothek verlor ihre zentrale Stellung und wurde unter dem Namen Königliche und Provinzialbibliothek weitergeführt. In der Zeit der Weimarer Republik blieb der Rechtsstatus der Bibliothek weiterhin unentschieden. Sie wurde nun in Vormals Königliche und Provinzialbibliothek umbenannt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die ausgelagerten Buchbestände zurückgeführt. 1947 übernahm das neu gegründete Land Niedersachsen die Bibliothek. Seitdem trägt sie den Namen Niedersächsische Landesbibliothek.

In der Folgezeit wurden mehrere neue Abteilungen gegründet, darunter das Leibniz-Archiv, die Niedersächsische Bibliotheksschule (heute Zentrum für Aus- und Fortbildung) sowie die Abteilung Niedersachsen-Dokumentation (heute Niedersachsen-Informationssystem).

1976 bezog die Bibliothek einen Neubau an der Waterloostraße. Dieser wurde zwischen 2009 und 2021 in mehreren Bauabschnitten umfangreich energetisch saniert und umgebaut.

Heute konzentriert sich die GWLB auf ein benutzerorientiertes Dienstleistungsangebot. Ihre Schwerpunkte sind Niedersachsen, Leibniz und Wissenschaftsgeschichte. Ein umfangreiches Kulturprogramm sowie Angebote zur Aus- und Fortbildung zeichnen die GWLB aus. 2004 wurde die Akademie für Leseförderung Niedersachsen gegründet. 2005 erhielt die Bibliothek ihren neuen Namen Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek.

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