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| I. Betragen und Fleiß: | ||
| Betragen: Gut | ||
| Fleiß: Befriedigend |
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II. Kenntnisse und Fertigkeiten: |
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| Religionslehre: | - | |
| Deutsch: | Klassenleistungen: Teils gut, teils genügend | |
| Schriftliche Prüfung: Genügend | ||
| Gesamturteil: Genügend | ||
| Latein: | Klassenleistungen: Teils gut, teils genügend | |
| Schriftliche Prüfung: Genügend | ||
| Gesamturteil: Genügend | ||
| Griechisch: | Genügend | |
| Französisch: | Gut | |
| Englisch: | Genügend | |
| Hebräisch: | - | |
| Geschichte und Erdkunde: | Genügend | |
| Mathematik: | Klassenleistungen: Genügend | |
| Schriftliche Prüfung: Nicht Genügend | ||
| Mündliche Prüfung: Genügend | ||
| Gesamturteil: Genügend | ||
| Physik: | Nicht Genügend | |
| Turnen: | Genügend | |
| Zeichnen: | - | |
| Singen: | - | |
| Handschrift: | Genügend | |
Die unterzeichnete Prüfungskommission hat ihm demnach, da er jetzt das Gymnasium verläßt, um Jura zu studieren, das Zeugnis
der Reife
zuerkannt und entläßt ihn mit den besten Wünschen für seine Zukunft.
Hannover, den 17ten Februar 1914.
Königliche Prüfungskommission.
Stempel. Königlicher Kommissar: Direktor
gez. Meyer
Städtischer Kommissar:
gez. Haeseler
gez. Dr. Hahne
gez. Koch
gez. Dr. Grethen
gez. Dr. Pfau
gez. Dr. Heiligenstaedt
* * *
Anmerkungen:| „Gut“ = | 2 |
| „Genügend“ = | 3 |
| „Nicht genügend“ = | 4 |
Gutachten über Werner Krafts Reife
„Gut begabt, hat er, da sein Interesse ungleich war, es durchschnittlich doch
nur zu normalen Leistungen gebracht.
Betragen: gut
Fleiß: genügend
Reife: zweifellos“
(Aus: Konvolut: „Reifeprüfung Leibnizschule Hannover - Gymnasium
-,
Ostern 1914“. Stadtarchiv Hannover)
zum Seitenanfang
Quellen:
- Jahresberichte der städtischen Leibnizschule zu Hannover,
- 100 Jahre Leibnizschule Hannover 1874-1974. Festschrift. Hannover
1974
- 125 Jahre Leibnizschule Hannover. Ein Gymnasium im Zeichen der Reformen
von 1874 bis 1999. Hrsg. von der Leibnizschule mit Unterstützung des Leibnizforums
e.V. und des Verbandes ehemaliger Leibnizer VEL anläßlich ihres 125-jährigen
Schuljubiläums. Red.: Ulrich Junghanns (u.a.). Hannover 1999, S. 254 ff.
- Weitere biographische Angaben nach: Hannoversches Biographisches Lexikon.
Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Hannover 2002 (zit.: HBL).
Hinzugefügte Zitate aus: Werner Kraft: Spiegelung der Jugend, Kapitel 4 und 5 (Ausg. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1973, S. 10 – 17; Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verl. 1996, S. 8 – 13)
Zur Eröffnung der Ausstellung zum 100. Geburtstag Werner Krafts „Von Hannover nach Jerusalem“ am 8. Mai 1996 in der Niedersächsischen Landesbibliothek lasen Britta Rüggen, Simone Voloshin und Nicolas Loose, Schülerinnen und Schüler der Leibnizschule, aus diesen Jugend- und Schulerinnerungen. Die Lesung wurde am 13. Juni 1996 in der Leibnizschule wiederholt.
Vgl. Junghanns, Ulrich: „Bin kein Künstler, sondern ein Mensch, der sich bemüht“. Zum 100. Geburtstag des jüdischen Dichters und Literaturkritikers Werner Kraft. Schülerinnen und Schüler der Leibnizschule lesen aus Werner Krafts Autobiographie „Spiegelung der Jugend“. In: Jahrbuch der Leibnizschule Hannover, 1996, S. 92 – 93.
Alle Texte Werner Krafts erscheinen mit freundlicher Genehmigung des Werner Kraft-Archivs.
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Prof. Dr. Enno Bartels (1860-?)
Oberlehrer 1895-1914
- Erdkunde (Obertertia, Unterprima-Oberprima)
- Geschichte (Obertertia, Obersekunda-Oberprima)
- Religion (Untertertia-Obertertia)
Friedrich Blohm (1859-1930)
Zeichen- und Turnlehrer 1886-1924
- Zeichnen (Quinta-Oberprima)
Prof. Karl Dernedde (1863-?)
Studienrat 1893-1924, Klassenlehrer Werner Krafts
- Mathematik (Quarta-Obertertia)
- Naturbeschreibung (Quinta-Obertertia)
„Herr Dernedde, sehr lang und dünn, man sagte, er sei in den Tropen gewesen,
gab Mathematik und Naturgeschichte. Mathematik fiel mir leicht, später scheiterte
ich an der Stereometrie, ich war unfähig, mir Flächen als Körper vorzustellen.
Naturgeschichte haßte ich. Jeder Junge mußte einmal im Quartal botanisieren
gehen, es war mir eine Qual, obwohl Wiesenschaumkraut, Gundermann, Veilchen
mich stark trafen, wenn ich sie nicht mit den Augen der Schule sah.“
„Professor Dernedde, der Klassenlehrer, ein langer, spitzer Mann mit
kleinem Kopf, er pflegte zu sagen, wer die mathematischen Grundsätze nicht einsehe,
der komme ins Irrenhaus.“ (Kraft: Das Fahrrad. In: Zeit aus den Fugen. Frankfurt
am Main 1968, S. 183)
Prof. Dr. Hermann Dettmer (1867-1934)
Studienrat 1907-1924, Fächer Griechisch, Latein, Religion.
„Wir hatten als Lehrer im Griechischen Herrn Dettmer, dessen völlige Apathie im Unterricht ein Grund dafür war, daß wir von dieser Sprache so gut wie nichts gelernt haben. Der Beruf des Lehrers war für ihn ein Brotberuf, sein eigentlicher Beruf war die Musik, er war ein Freund Max Regers, er war Organist an der Marktkirche, der größten und höchsten Kirche der Stadt, sie steht noch heute. Wenn er in die Klasse kam, war der Teufel los, man erlaubte sich jede Ungezogenheit, er stand da und sagte nichts. Er wurde rot. Auch ich, heute, wenn ich daran denke, falls der Gedanke eines Schreibenden rot werden kann. Im Abitur kam ich gerade mit Genügend durch.“
Zur Biographie Dettmers vgl.:
- Theodor W. Werner: Hermann Dettmer. In: Niedersächsische Lebensbilder.
Hrsg. von Otto Heinrich May. Bd. 1. Hildesheim Leipzig 1939, S. 70 - 81
- Axel Fischer: Wach auf, du deutsches Land! Kirchenmusik in Hannover - zwei
Beispiele [Dettmer und Walter Schindler]. In: Kulturaustreibung. Die Einflußnahme
des Nationalsozialismus auf Kunst und Kultur in Niedersachsen. Eine Dokumentation
zur gleichnamigen Ausstellung, hrsg. von Hinrich Bergmeier und Günter Katzenberger.
Hamburg 1993, S. 130 - 133 [dort S. 131 die Fotografie: Hermann Dettmer an der
Orgel der Stadthalle Hannover]
- HBL, S. 94
Dr. Samuel Freund (1868-1939)
Seit 1907 als 2. Rabbiner der Synagogengemeinde in Hannover tätig: „Er
war für die Organisation des jüdischen Religionsunterrichts an öffentlichen
Schulen zuständig ...“ (HBL, S. 121), Landesrabbiner in Hannover 1924-38.
Jüdischer Religionsunterricht (Obersekunda-Oberprima).
Prof. Dr. Rudolf Graefenhain (1867 – 1940)
Gebürtiger Hannoveraner. 1894-97 als Gymnasiallehrer und Prinzenerzieher
in Bückeburg, ab 1899 wissenschaftlicher Hilfslehrer an der Realschule III in
Hannover, seit 1899 Oberlehrer an der Leibnizschule, 1909 zum Professor ernannt.
1912 – 1932 Direktor des Ratsgymnasiums (nach HBL, S. 134).
- Deutsch (Untersekunda-Unterprima [I. Halbj.])
- Griechisch (Untersekunda-Unterprima)
„Herr Gräfenhain hob sich von seinen Kollegen ab durch besondere Eleganz der Haltung und der Kleidung. Ich sah jeden Morgen gebannt auf seine höchst moderne Krawatte und auf den tadellosen Schnitt seines Anzugs. Von Untersekunda ab hatten wir bei ihm Griechisch und Deutsch. Er war vornehm, zurückhaltend und sachlich. Ich erinnere mich an den deutschen Unterricht. Während eines Vierteljahrs [in der Untersekunda] nahm er Schillers ‘Jungfrau von Orleans‘ mit uns durch, Szene für Szene. Das war für manche langweilig, vielleicht sogar für mich, dennoch folgte ich fast wider Willen. Hier habe ich die Grundlage gelegt für mein Wissen vom Drama. Exposition, Peripetie, Stichomythie, das waren Zauberworte, die mich berauschten. Einmal gab er uns ein Aufsatzthema nach eigener Wahl. Ich wählte den Niels Lyhne von Jens Peter Jacobsen [Roman, ersch. 1880], das erste moderne Buch, das ich mit Begeisterung las. Alle erhielten die Aufsätze in angemessener Zeit zurück, ich viel später, denn Herr Gräfenhain mußte das Buch selbst noch einmal lesen. Er lobte den Aufsatz, stellte aber eine vorsichtige Frage nach dem Prinzip des l‘art pour l‘art, ich wußte nichts davon, ich war bei aller Frühreife noch sehr unreif.“
Im Briefwechsel mit Curd Ochwadt (Göttingen 2004) erwähnt Kraft ihn zwei Mal:
„Ratsgymnasium? War da noch Gräfenhain Direktor? Der war einmal
mein Lehrer in Griechisch und Latein, und ich habe ihn verehrt. Aber er soll
Nazi geworden sein. Stimmt das?“ (8. Februar 1967)
„Übrigens hatte ich einen Lehrer in Deutsch und Griechisch, den ich wegen seiner strengen Sachlichkeit sehr bewunderte, aber auch wegen seiner makellosen Anzüge und Krawatten, sehr im Gegensatz zu seinen Kollegen. Er hieß Gräfenhain und wurde später Direktor des Ratsgymnasiums. Er ist einmal Erzieher im Hause der Fürsten von Bückeburg gewesen. Leider wurde er später ein Anhänger Hitlers. Das ist schlimm, aber meine reine Erinnerung berührt es nicht.“ (15. September 1969)
Prof. Dr. Rudolf Grethen (1861-1914)
Oberlehrer 1887-1914, Fächer Geschichte und Latein. Am 15. Nov. 1914 gefallen.
Nach den Jahresberichten hatte Kraft keinen Unterricht bei ihm. Unterschrieb
jedoch Krafts Abiturzeugnis (mit).
„Herr Grethen gab Geschichte. Er war Patriot und Nationalist, er fiel in den ersten Kriegstagen 1914. Er sagte einmal: 'Wenn es Krieg gibt, dann gehen wir doch alle mit'. Ich hatte noch keine entschiedene politische Haltung, und in meiner Familie dachte man wie alle, man war nicht für den Krieg, natürlich nicht, man wußte einfach nicht recht, was das war, man fand den Kaiser lächerlich, aber in gutmütiger Art, man hatte unter seiner Regierung nicht zu leiden, man war duldsam, man machte mit, jeder wußte, daß es Antisemitismus gab, man wurde mit ihm fertig, er glitt ab. Dennoch fiel mir diese Äußerung auf. An sich hatte ich Respekt vor diesem Lehrer, aber ich weiß bis zum heutigen Tage nicht genau, ob diese Äußerung nicht doch gegen die jüdischen Schüler der Klasse gerichtet war. Einmal sprach er über Dante und nannte die Göttliche Komödie ein Konversationslexikon für Dantes Zeit. Ich wußte nicht viel von Dante, aber diese flache Ausdrucksweise war mir merkwürdig. Das war nicht gerade schlimm. Dagegen, in Unterprima, traf mich –: ein Schlag. Ich war für die Sedanfeier am zweiten September [1912, bei der Grethen die Festrede hielt, so Jahresbericht 35, 1912/13] ausgewählt, ein flammendes Prosastück von Ernst Moritz Arndt vorzutragen. In der Aula fand eine Probevorlesung statt, Herr Grethen erhob Einspruch, ich wurde abgesetzt. Das traf. Ich war erschüttert. Es konnte freilich gegen mein hochpathetisches Lesen gerichtet sein, es war wohl nicht so, es war gegen mich gerichtet, gegen den Juden. Ich habe mich nicht zur Wehr gesetzt, ich verwand es .“
Prof. Dr. Otto Haeseler (1853-?)
Oberlehrer 1877-1919.
Unterschrieb Krafts Abiturzeugnis (mit).
- Mathematik (Untersekunda-Oberprima)
- Physik (Untersekunda-Oberprima)
Prof. Dr. Albert Hahne (1859-1941)
Oberlehrer 1887-1924
Unterschrieb Krafts Abiturzeugnis (mit).
- Englisch (Oberprima)
- Französisch, wahlfrei (Oberprima)
Albert Hartmann (1862-?)
Elementar- und Musiklehrer
- Religion, Schreiben, Singen (Quinta)
Dr. Fritz Heiligenstaedt (1887-1961)
Seit Ostern 1912-1921 Studienrat an der Leibnizschule
Unterschrieb Krafts Abiturzeugnis (mit).
- Deutsch (Unterprima [2. Halbj.]-Oberprima)
1921 – 1927 Direktor des Gymnasiums Goslar. Seit 1927 als Oberstudiendirektor Leiter der Leibnizschule Hannover. Seit 1919 an der Spitze der hannoverschen Beratungsstelle für das Volksbüchereiwesen der Provinzialverwaltung. Stellvertretender Leiter der Städtischen Abendschule. 1933 mitbeteiligt an der Organisation der Bücherverbrennung in Hannover. Nach 1933 Leiter der Theatergemeinde der NS-Kulturgemeinde Hannover. Ab 1937 Leiter der Reichsstelle für Volksbüchereiwesen im Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung. 1951 – 1956 Aufbau des Pädagogiums in Bad Sachsa.
Quellen:
- Carola Schelle: Die Bücherverbrennung in Hannover. In: Stichtag der Barbarei.
Anmerkungen zur Bücherverbrennung 1933. Hrsg. von Nils Schiffhauer und Carola
Schelle. Hannover 1983, S. 55 – 63, hier S. 58f.
- Schmidt, Kurt: Die Ära Heiligenstaedt. In: Pädagogium Bad Sachsa 1891 –
1966. Entwicklung und Geleit. Hrsg.: Waldheimschule Pädagogium Bad Sachsa. Schriftl.:
Edith Goepfert. Bad Sachsa 1967, S. 9 – 19 (geht nicht auf seine Tätigkeit
zwischen 1933 und 1945 ein)
Prof. Dr. Fritz Koch (1869-1934)
Studienrat 1904-1932
- Latein (Untertertia-Oberprima)
Unterschrieb Krafts Abiturzeugnis (mit).
„In der Untertertia lernten wir Latein bei Herrn Koch. Sein Unterricht war leidenschaftlich. Er nahm jeden Satz bis auf seine feinsten grammatischen und syntaktischen Nuancen durch, und er konnte rasend werden, wenn man in der Consecutio temporum, im Gestrüpp des Konjunktivs etwas verpatzte, er konnte dann vor Wut sein Schlüsselbund dem unglücklichen Verpatzer entgegenwerfen. Auf Pädagogik legte er keinen besonderen Wert, auf wirkliches Erlernen der Sprache um so größeren, als eines Organons von Richtigkeit und Sinn. Ich folgte allen seinen Intentionen mit Lust, und er mochte mich wohl gern.“
Friedrich Landwehr (1873-1927)
Studienrat 1904-1920
- Hebräisch, wahlfrei (Unterprima-Oberprima)
Ludwig Mertelsmann (1867-1948)
Musiklehrer (1896-1924)
- Mathematik (Quinta)
Prof. Erich Meyer (1862-1947)
Seit Michaelis 1890 an der Leibnizschule, zuerst als Hilfslehrer, 1892 Oberlehrer
und 1911 Direktor. Vgl. unten das Zitat aus Spiegelung unter Pfau, Otto.
Unterschrieb Krafts Abiturzeugnis (mit).
- Griechisch (Oberprima)
Dr. Mönkemeyer
Wiss. Hilfslehrer
- Deutsch, Religion (Quarta)
Prof. Dr. Karl Niebuhr (1894-1941)
Studienrat 1895-1924. Verfasser von: Leitfaden der deutschen Grammatik.
2. verb. Auflage [von Carl Krug]. Hannover, Leipzig, 1904 (1. Auflage = Beigabe
des Osterprogramms der Leibnizschule von 1902)
- Deutsch (Quinta, Untertertia-Obertertia)
- Erdkunde (Quinta)
- Französisch (Quinta-Obertertia)
- Geschichte (Quinta)
„In der Quinta und Quarta gab uns Herr Niebuhr Deutsch und Französisch. Er war etwas grob, aber ehrlich. Von ihm habe ich zuerst deutsche Grammatik gelernt. Wir lernten aus einem Buch, das er selbst verfaßt hatte [Leitfaden der deutschen Grammatik]. Es machte mir Vergnügen. Aber auch und vor allem der deutsche Aufsatz! In Quarta erhielt ich einen Aufsatz über das Gedicht ,Korsische Gastfreiheit‘ zurück, und darunter stand eine Eins, mit der Hinzufügung: ,Sehr schön!‘ Es war mein erster Erfolg. Von Herrn Niebuhr hörte ich ein merkwürdiges Urteil über die gebundenen deutschen Bücher, er zog die französischen, die ungebundenen, vor, man könne sie lesen und wegwerfen. Er schlug auch, mit dem Rohrstock. Das war roh, man hielt es für selbstverständlich. Der Primus der Klasse, also etwa ich, hatte den Schlüssel zum Klassenschrank, er mußte den Stock für die jeweilige Züchtigung dem Züchtiger überbringen. Das war eine bedenkliche Ehre, ich empfand nichts dabei, leider. Eine solche Züchtigung vollzog Herr Niebuhr an einem Jungen namens Stetzer und schrieb in das Klassenbuch: ,Stetzer liest ,Nat Pinkerton, der König der Detektive‘ in der französischen Stunde‘. Das war komisch, und doch wirkte es keineswegs komisch auf uns, es wirkte.“
Prof. Dr. Otto Pfau (1878-?)
Studienrat 1911-1943
Unterschrieb Krafts Abiturzeugnis (mit).
- Englisch (Obersekunda-Oberprima)
- Erdkunde (Obersekunda)
- Französisch (Obersekunda)
„Anders [als im Fall Grethen] war es mit einem offen antisemitischen Lehrer, wir hatten Englisch bei ihm. Es gab eine furchtbare Szene, ich schrie los, und er: ,Von Ihnen lasse ich mir nicht das Portemonnaie aus der Tasche ziehen‘. In einem anderen Falle griff der Direktor Meyer ein, ein vornehmer und gerechter Mann, er bat Herrn Pfau heraus und als er wieder in die Klasse kam, entschuldigte er sich bei Hans Löwenthal [ein Mitschüler Krafts] wegen seiner Äußerung. Dennoch ging dies alles nicht unter die Haut, die Klasse war als ganze nicht antisemitisch, sie war mindestens neutral und gut erzogen. Was jüdisches Unglück war, habe ich erst später erfahren."
Prof. Dr. Richard Rohde (1876-?)
Studienrat 1904-1933
- Französisch, wahlfrei (Unterprima)
Dr. Rowoldt
Schulamts-Kandidat
- Geschichte (Quarta)
Prof. Lic. D. Hermann Schuster (1874-1965)
Studienrat 1910-1924
- Geschichte und Erdkunde (Untersekunda)
- Religion (Untersekunda)
Wilhelm Seydel (1843-?)
Turnlehrer 1876.1917, Stadtturninspektor
- Turnen (Quinta-Obersekunda)
Karl Sparnecht (1872-?)
Studienrat 1900-1935
- Turnen (Untersekunda-Oberprima)
Dr. Alfred Waldmann (1880-1952)
Studienrat 1909-1945
- Französisch (Untersekunda)
Prof. Dr. Wilhelm Weise (1855-?)
Oberlehrer 1881-1910
- Erdkunde (Untertertia)
- Geschichte (Untertertia)
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