 |
aus- und fortbildung

Hannoverscher Appell
des Symposiums Jüdischer Buchbesitz als Beutegut,
einer gemeinsamen Veranstaltung des Niedersächsischen Landtages
und der Niedersächsischen Landesbibliothek in Hannover
NS-verfolgungsbedingt entzogenes Bibliotheksgut befindet sich in noch unbekanntem
Umfang in deutschen Bibliotheken.
Die Bundesregierung, die Länder und die kommunalen Spitzenverbände
haben mit ihrer Gemeinsamen Erklärung vom Dezember 1999 die deutschen
Bibliotheken aufgefordert, nach diesem Raubgut in ihren Beständen zu suchen,
hierüber zu berichten und die Bücher an die rechtmäßigen
Erben zurückzugeben.
Die Umsetzung dieser Aufforderung betrachten wir als dringende Aufgabe der
Bibliotheken, der Bibliotheksverbände, der bibliothekarischen Ausbildungsstätten
und anderer wissenschaftlicher Einrichtungen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums appellieren deshalb an die
Verantwortlichen des deutschen Bibliothekswesens:
- Unterstützen Sie die Suche nach Raubgut in unseren Bibliotheken; bündeln
Sie vorhandene lokale Aktivitäten und vernetzen Sie die Sucharbeit; bilden
Sie ein überregionales Arbeits-Gremium, das die historische Forschung
koordiniert.
- Nutzen Sie hierfür die Erfahrungen und die Kompetenz, die in den Forschungen nach jüdischem Raubgut vor allem in der Staats- und Universitätsbibliothek
Bremen und der Universitätsbibliothek Marburg gesammelt wurden, sowie
die Informationsangebote der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste
in Magdeburg.
- Werben Sie gezielt Fördermittel ein für die Erforschung und öffentliche
Vermittlung dieses wichtigen Vorhabens. Überzeugen Sie Ihre Unterhaltsträger
von der kulturpolitischen Bedeutung der Ermittlung von Raubgut jüdischer
Provenienz und den Möglichkeiten der Restitution.
- Die bibliothekarischen Ausbildungsstätten sind dringend aufgefordert,
die Bibliotheksgeschichte, insbesondere auch die Zeit des Nationalsozialismus,
in ihre Curricula aufzunehmen.
- Sorgen Sie für eine Berichterstattung über die Ergebnisse Ihrer
Recherchen in der Öffentlichkeit, z. B. mit Ausstellungen wie die in
Hannover gezeigte Ausstellung Seligmanns Bücher.
Für die ca. 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums
Jüdischer Buchbesitz als Beutegut
Hannover, 14. November 2002
Prof. Rolf Wernstedt, Präsident des Niedersächsischen Landtages
Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident der Stiftung Preußischer
Kulturbesitz
Dr. Georg Ruppelt, Direktor der Niedersächsischen Landesbibliothek
zurück
zum Seitenanfang
|
 |
waterloostraße 8
30169 hannover
tel. +49 511 1267-0
fax +49 511 1267-202
information@gwlb.de
öffnungszeiten der bibliothek:
mo–fr 9:00–19:00
sa 10:00–15:00
öffnungszeiten der leihstelle:
mo, di, do, fr 9:00–19:00
mi 10:00–19:00
sa 10:00–15:00
a–z der gwlb

wegbeschreibung

impressum


|